Gesundheit fördern und Leistung steigern mit individuellen Amino- und Fettsäureprofilen

Makronährstoff-Profiling: Wie Freizeit- und Leistungssportler von neuen Ansätzen in der Labordiagnostik profitieren können.

Labordiagnostik zur Trainings- und Ernährungsoptimierung: Bestimmen individueller Amino- und Fettsäureprofile
Labordiagnostik zur Trainings- und Ernährungsoptimierung: Bestimmen individueller Amino- und Fettsäureprofile

Ausgangssituation:

Ein Elite Straßenradfahrer (Größe: 1,80m, Gewicht: 65kg) ist häufig erkältet und von grippalen Infekten befallen. Eine kontinuierliche Leistungsentwicklung wurde dadurch in den letzten Jahren beeinträchtigt.

Ursache:

Noch unbekannt. In Analysen zum Bestimmen der Ausdauerleistungsfähigkeit (Laktatstufentest und Spiroergometrie) zeigte der Sportler im Längsschnitt keine Auffälligkeiten.

Diagnostik:

Zum Aufspüren möglicher Ursachen für die Infektanfälligkeit wurden zusammen mit AB SportLab labordiagnostische Untersuchungen durchgeführt. Mit einem Makronährstoff-Profiling wurden ausgewählte Marker und relevante Blutparameter bestimmt:

  • Bestimmen des individuellen Aminosäurestatus
    Warum: Aminosäuren sind die Grundbausteine von Strukturproteinen, Enzymen, Hormonen, Neurotransmittern und somit aus verschiedener Hinsicht auch für das Immunsystem von Bedeutung.
  • Bestimmen des individuellen Fettsäurestatus
    Warum: Das ideale Verhältnis von Fettsäuren (Omega-3 zu Omega-6) hat einen großen Einfluss auf die Entzündungsbereitschaft des Körpers; besonders Omega-3-Fettsäuren sind sehr wichtig für den Aufbau von allen Zellmembranen und damit für deren Funktion. Zudem bildet Cholesterin (aus Fettsäuren) u.a. auch die Basis der Steroidhormonsynthese - also auch die von Testosteron, einem wichtigen anabolen Hormon. Der Fettsäurestatus gibt Aufschluss über die Versorgung des Körpers und die richtigen Verhältnisse.

    Zusätzlich wurden folgende Risikomarker bestimmt:
    Lipidperoxidation: ein Übersichtsparameter zur Beurteilung von schädlicher oxidativer Belastung im Körper.
    Nitrotyrosin: analog zum oxidativen Stress ein Marker für nitrosativen Stress. Ein erhöhter Marker kann die aerobe Energiegewinnung blockieren.
  • Bestimmen organische Säuren; hierbei wurden z.B. Säuren aus dem Zitratzyklus, also einem Teil des aeroben Stoffwechselweges kontrolliert. Warum: Wenn es zu einem Anstieg der Säuren kommt, können Rückschlüsse darauf gezogen werden, in welchem Bereich der Ablauf ein Problem hat und es kann gezielt entgegengewirkt werden; z.B. mangelt es oft an verschiedenen B-Vitaminen, die gezielt und erfolgreich substituiert werden können.

Laborwerte:

Die Befunde aus dem Makronährstoff-Profiling zeigten, dass vor allem im Bereich der Aminosäuren und der B-Vitamine einzelne Unterversorgungen bestehen. Der Fettsäurestatus war deutlich mangelhaft. 

Intervention:

Ausgehend von den Ergebnissen wurde eine Substitution mit einem höher dosierten B-Komplex, den Aminosäuren L-Arginin, L-Tryptophan sowie Omega-3- Fettsäuren vorgenommen. Zudem wurde eine Empfehlung zur Ernährungsumstellung im Bereich Öle gegeben, um einen ausgeglichenen Fettsäurestatus zu unterstützen.

Effekte:

  • Objektiv aus dem Labor
    Nach 3 Monaten Intervention mit gezielter Nahrungsergänzung - und einem Anpassen des Speiseplans - zeigten sich vor allem im Bereich der Fettsäuren deutliche Verbesserungen. Noch nicht erreicht ist der Idealbereich. Dies verwundert aber nicht, da die Fettsäuren direkt in der Zellmembran bestimmt werden. Und hier dauert es lange, bis der Körper die „guten“ Fettsäuren eingebaut hat. Was mit Sicherheit zu einer guten Unterstützung des Immunsystems beigetragen hat, ist das Verbessern des Argininspiegels (Arginin bildet die Basis für Stickstoffmonoxid, welches Immunzellen produzieren, um gegen Erreger zu kämpfen). Positiv für eine verbesserte Regeneration zeigt sich der gestiegene Tryptophanspiegel (Tryptophan ist die Basis für Serotonin und Melatonin, was neben dem Befinden vor allem den Schlafrhythmus regelt).

  • Subjektive Einschätzung des Sportlers
    Nach eigenen Aussagen hat sich das Gesamtwohlbefinden deutlich verbessert. Die Anfälligkeit gegenüber Infekten verbesserte sich ebenfalls deutlich. Der hierdurch erreichte stabile Gemüts- und Gesundheitszustand ermöglichte ein kontinuierliches und unterbrechungsfreies Training (ca. 12-15 Stunden in der Woche), was wiederum zu einer nachweislichen Leistungssteigerung führte: Der Sportler schaffte den Aufstieg in die A-Klasse!