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Die Kilo-Krise nach der Corona-Krise erfolgreich bewältigen

Wer nach der Corona-Quarantänezeit auf die Waage geht, bekommt nicht selten die nächste Krise
Wer nach der Corona-Quarantänezeit auf die Waage geht, bekommt nicht selten die nächste Krise (Foto: i yunmai on Unsplash)

Warum es beim Kampf gegen die Corona-Pfunde jetzt wichtig ist, nicht zu wenig zu essen, verrät der Sportwissenschaftler und Mitbegründer des Frankfurter Trainingsinstitutes iQ athletik Andreas Wagner M.A.

Andreas Wagner M.A. Sportwissenschaftler bei iQ athletik in Frankfurt
Andreas Wagner M.A., Sportwissenschaftler und Mitbegründer von iQ athletik

Wer nach der Quarantänezeit auf die Waage geht, bekommt nicht selten die nächste Krise. Zusätzliche Corona-Kilos haben sich angesammelt. Viel Zeit zu Hause, Homeoffice, nur wenige Meter bis zum Kühlschrank, geschlossene Fitnessstudios und die ein oder andere Leckerei zum Trost. Zum weniger bewegen und mehr essen haben sich dann auch noch vermehrt Kalorien aus Getränken eingeschlichen. 

In der Corona-Zeit wurden deutlich mehr Kalorienbomben in Form Wein und Spirituosen verkauft – und vermutlich auch getrunken. Während ein Glas hessischer Apfelwein rund 110 flüssige Kalorien hat, kann die gleiche Menge süßer Rotwein schon mit 200 Kalorien aufs Hüft-Konto wandern. Da wundert es nur wenig, dass die Hosen bei vielen enger sitzen und die Lieblingsbluse kneift.

Zusätzliche Kilos wieder los werden

Wer die zusätzlichen Quarantäne-Pfunde jetzt wieder los werden will, darf vor allem eines nicht machen: zu wenig essen! Das Grundprinzip des Abnehmens und aller Diäten ist simpel: dem Körper weniger Kalorien zuführen als er verbraucht. Es geht also um eine negative Energiebilanz. Diese kann durch weniger Essen mit Verzicht auf kalorienhaltige Getränke und vor allem durch mehr Bewegung erreicht werden. 

Was es zu beachten gilt!

Aber Vorsicht: Eine zu hohe negative Energiebilanz ist ungesund, oftmals mit unerwünschtem Muskelabbau verbunden und kann die Infektanfälligkeit steigern, was es gerade in der Corona-Zeit zu vermeiden gilt. Letztlich führt sie auch fast immer zum Jo-Jo-Effekt. So schnell die Kilos bei einer extremen Reduktionsdiät purzeln, so schnell wandern sie auch wieder auf die runter gehungerten Hüften drauf. Nicht selten zeigt die Waage dann ein Gewicht an, dass über dem Ausgangsgewicht vor der Diät liegt. 

Eine Ursache dafür liegt in unseren Genen. Der Köper kennt keine Diät, nur das Gefühl zu verhungern. In der Geschichte des Menschen waren Hungerphasen oft lange und nicht freiwillig. Hat ein Körper für Hungerzeiten Energiereserven angelegt, gab er diese auch so schnell nicht mehr her. Ein Mechanismus, der auch heute noch so in uns steckt. Bekommt der Körper längere Zeit zu wenig Energie zugeführt, schaltet der Organismus in ein Notprogramm um und versucht den Energiebedarf einzuschränken. Mit anderen Worten: Der Stoffwechsel schaltet ungünstig auf Sparflamme und verbraucht dann noch weniger Kalorien als zuvor. 

Den Stoffwechsel am Laufen halten

Damit der Stoffwechsel langfristig nicht gestört wird und sich nicht dauerhaft verschlechtert, muss deshalb auch im Rahmen einer Diät ein Mindestmaß an Kalorien zugeführt werden. Hierbei kann der allgemeine Tipp gegeben werden, den täglichen Energiebedarf nicht um weniger als 500 Kalorien zu unterschreiten. Allerdings ist es nicht ganz einfach, den tatsächlichen täglichen Energiebedarf zu bestimmen. Faustformeln und Kalorienrechner aus dem Internet helfen hierbei nur bedingt. Ganz einfach deshalb, weil der Stoffwechsel so individuell wie der Daumenabdruck eines Menschen ist. Wertvollen Aufschluss schafft dagegen eine Messung im Labor. 

Mit einer Ruheumsatzmessung den Kalorienbedarf bestimmen

Mit einer Ruheumsatzmessung (mehr erfahren) lässt sich bestimmen, wie viele Kalorien ein Körper in Ruhe verbraucht. Ermittelt wird hierbei der Energieverbrauch in Ruhe durch das Messen der Atemgase in ruhender Position (liegend). Das Ergebnis der Ruheumsatzmessung ist die wichtige Basis zum Berechnen des täglichen Energiebedarfs. Auf den Wert des Ruheumsatzes sind dann noch die benötigen Kalorien für tägliche Aktivitäten wie Arbeit und Sport zu addieren.

Der Ruheumsatz an sich sollte auch im Rahmen einer extremen Reduktionsdiät auf keinen Fall länger unterschritten werden. Die Folgen für den Stoffwechsel wären drastisch. Die Ruheumsatzmessung hat schon vielen dabei geholfen, die Ernährung gesund zu gestalten und erfolgreich abzunehmen. Nicht selten bekommen Personen nach der Analyse auch zu hören: „Sie müssen mehr essen, um endlich abzunehmen!“. 


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Mit mehr Essen endlich abnehmen