Kniebeuge mit der Langhantel

Die Kniebeuge umfasst einen kontrollierten Bewegungsablauf aus Beugung und Streckung der Kniegelenke im aufrechten Stand. Obwohl im Übungsnamen die Wortsilbe „beuge“ betont wird, ist die größte Kraft beim Strecken der Beine aufzubringen. Sowohl die Hüft- als auch die Kniestreckmuskulatur ist aktiv am Streckvorgang beteiligt. Zudem müssen zahlreiche weitere Muskeln Halte- und Stabilisationsarbeit leisten.

Trotz zahlreicher Trainingsmaschinen bleibt die Hantelkniebeuge die zentrale Übung zum Aufbau maximaler Kraft und Muskelmasse der unteren Extremitäten. 

Sie aktiviert viele Muskelgruppen gleichzeitig und fördert eine für Alltags- und Sportanforderungen relevante Kombination aus Kraft, Stabilität und motorischer Kontrolle. Zudem ist sie in vielen Sportarten eine spezifische Trainingsform, da sie Bewegungen wie den Sprintantritt und vertikale Sprünge effektiv verbessert. Studien belegen diese positiven Effekte. Auch im Radsport gilt die Hantelkniebeuge als besonders wirksam, da sie die für das Radfahren relevante Hüft- und Kniestreckmuskulatur gezielt stärkt.

Übungstechnik Kniebeuge hinten (Back Squat)

Startposition

  • Langhantel aufrecht aus dem Ständer heben und mit etwas mehr als schulterbreitem Griff im Nacken auf dem oberen Trapez ablegen; Hände fixieren nur die Stange (Abb. 1).
  • Schultern zurückziehen und Stange aktiv nach oben drücken, um Druckschmerz im Nacken zu vermeiden.
  • Stand in etwa schulterbreit, die Fußspitzen zeigen leicht nach außen.
  • Aufrechte Haltung: Kopf hoch, Blick geradeaus/leicht nach oben; ein Tipp dabei ist: mit den Augen einen Punkt an der Wand zu fixieren.
  • Brust anheben, unteren Rücken gerade halten; diese natürliche S-Form der Wirbelsäule in allen Beugepositionen beibehalten.
Startposition Kniebeuge mit Hantellast
Abb. 1) Startposition Kniebeuge mit Hantellast (Foto: Rainer Kraus; aus dem Buch Krafttraining im Radsport. 2. Aufl., Elsevier im Urban & Fischer Verlag)

Ausführung

  • Vor der Abwärtsbewegung einatmen; während der Beugephase nicht atmen.
  • Aufrecht und kontrolliert in die tiefe Hocke gehen (Abb. 2); die Bewegung dabei jederzeit stoppbar halten.
  • Druck gleichmäßig über den gesamten Fuß verteilen.
  • Anzusteuern ist ein tiefster Beugewinkel im Kniegelenk von mindestens 70°; in der Hockposition ist dabei das Hüftgelenk tiefer als das Kniegelenk (Abb. 3).
  • Grundsätzlich gilt aber: Immer nur so tief in die Hocke gehen, wie es eine technisch korrekte Ausführung zulässt!
  • In unterer Position die Last muskulär kontrolliert abbremsen.
  • Ohne Pause, den Blick geradeaus bzw. leicht nach oben gerichtet, aus der Hocke aufrichten und in den gestreckten Stand zurückkehren. Zum Auftakt der Aufwärtsbewegung die Rumpfmuskulatur bewusst anspannen, um Ausweichbewegungen zu vermeiden.
  • Die Bewegungsausführung ist kontrolliert und gleichmäßig.
  • Das Ausatmen beginnt in dem Moment, wo Knie- und Hüftgelenk so weit geöffnet sind, dass man sicher sein kann, die Last erfolgreich in die Streckposition zu bewegen.
  • In der oberen Position werden die Kniegelenke nicht ganz durchgedrückt. Beim Aufrichten wird die Hüfte bewusst nach vorne geschoben, um die Wirbelsäule zu entlasten.
  • Während der gesamten Übung liegen die Oberschenkel, Unterschenkel und die Füße in einer Linie.
  • Die Knie können dabei über die Fußspitzen geführt werden. Vor allem bei Sportlerinnen und Sportlern mit langen Oberschenkeln und/oder einer tiefen Ausführung kann es andernfalls zu ungünstigen Belastungen im Hüftgelenk und im unteren Rücken kommen.
Kniebeuge mit der Langhhantel
Abb. 2) Abwärtsbewegung in die Hocke (Foto: Rainer Kraus; aus dem Buch Krafttraining im Radsport. 2. Aufl., Elsevier im Urban & Fischer Verlag)
Hockposition Kniebeuge mit der Langhantel
Abb. 3) Hockposition Kniebeuge hinten (Foto: Rainer Kraus; aus dem Buch Krafttraining im Radsport. 2. Aufl., Elsevier im Urban & Fischer Verlag)

Häufige Fehler, Korrekturhinweise und Tipps

  • Fehler: Hantelstange wird nicht auf dem Schultergürtel abgelegt und drückt direkt auf die Halswirbelsäule. Korrektur: Die Schultern zurückziehen und die Stange aktiv nach oben drücken.
  • Fehler: Rundrücken beim Ausführen der Übung durch fehlende Körperspannung bzw. fehlende Kraft der Rücken und Rumpfmuskeln. Korrektur: Nur Lasten wählen, die muskulär stabilisiert werden können! 
  • Fehler: Zu enge oder breite Fußstellung. Füße sind nicht auf derselben Höhe oder mit unterschiedlicher seitlicher Abweichung. Korrektur: Der Stand soll ungefähr schulterbreit oder etwas weiter sein; mind. hüftbreit. Die Fußspitzen zeigen leicht nach außen.
  • Fehler: Der Abstand zwischen den Knien verändert sich während der Bewegungsausführung. Korrektur: Während des Ausführens der Übung liegen die Oberschenkel, Unterschenkel und die Füße in einer Linie. Die Knie bewegen sich in einer gedachten Geraden über die Zehen.
  • Fehler: „Flatternde“ Knie bei mangelhafter Koordination und unzureichenden Kraftverhältnissen. Korrektur: Zusatzlast verringern!
  • Fehler: Abkippen des Beckens. Korrektur: höhere Hockposition wählen.
  • Fehler: In der tiefen Position steht der Sportler zu stark auf dem Vorderfuß und die Ferse hebt ab. Korrektur: Die Druckbelastung muss stets auf dem ganzen Fuß verteilt sein; ggf. ist auch ein ergänzendes Beweglichkeitstraining für die Spunggelenke erforderlich. 
  • TIPP für Anfänger: Die Bewegungsausführung nur mit der Hantelstange (ohne Zusatzgewichte) oder einem Besenstil üben. Zusätzlich Kraft mit der Übung Beinpressen am Gerät aufbauen (mehr erfahren).  

 

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Die hier gezeigte Übungsbeschreibung mit Bildern ist ein gekürzter Auszug aus dem Buch "Krafttraining im Radsport. Methoden und Übungen zur Leistungssteigerung und Prävention."

Verfasst von den iQ athletik Gründern und erschienen bei Elsevier im Urban & Fischer Verlag. Abgebildet ist der Elite-Radsportler und Duathlon-Weltmeister (AK) Tobias Eise beim Krafttraining. 


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